Ergebnisse der Online-Befragung zum Thema „Potentiale der Usability in KMUs“

Um die Bedarfe der Hersteller von Dokumentationssystemen zum Thema Usability zu ermitteln, hat das Förderprojekt UCARE in Kooperation mit der Arbeitsstelle Sozialinformatik der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt eine Online-Befragung durchgeführt. Zu dieser Umfrage, die zwischen Juni – Juli 2015 stattfand, waren 241 klein- und mittelständische Unternehmen aufgerufen. Dies entspricht einer Quote von etwa 90% der gesamten Hersteller von Dokumentationssystemen für sozialwirtschaftliche Organisationen in Deutschland. Die Rücklaufquote lag dabei bei 14,5%.

Die Mehrheit der befragten KMUs sieht keinen Optimierungsbedarf hinsichtlich der Usability und erhält keine negativen Rückmeldungen von Kunden zur Gebrauchstauglichkeit der Software. Zusätzlich sind die Anbieter von überwiegend der Meinung, dass aus Sicht des Kunden die Benutzeroberfläche überwiegend als intuitiv und benutzerfreundlich wahrgenommen wird.

Die Befragung lieferte weiterhin das Ergebnis, dass Methoden des Usability-Engineerings nur geringfügig im Unternehmen eingesetzt werden. Gründe hierfür sind mangelnde Kapazitäten, personelle Ressourcen und mangelnde Kenntnis über das Konzept des Usability-Engineerings. Dies zeigt sich zum Beispiel daran, dass die Mehrheit der befragten KMUs unter dem Begriff Usability primär die Benutzerfreundlichkeit und die intuitive Bedienbarkeit sowie die Gebrauchstauglichkeit der Software versteht. Usability umfasst  mehr als nur die Bedienbarkeit und Gebrauchstauglichkeit der Eingabemaske wie beispielsweise die Interoperabilität oder die Berücksichtigung der Bedarfe der Einrichtung. Die Herausforderung bzgl. der Bedienbarkeit von Software in ambulanten sowie stationären Pflegeeinrichtungen ist häufig auch dem Einsatz vieler verschiedener Softwarelösungen zuzuschreiben. Software soll vor allem die Mitarbeiter entlasten, was neben der Usability auch eine einheitliche Oberfläche und ein individuell einstellbaren Funktionsumfang verschiedener Softwareprodukte innerhalb einer Einrichtung bedeuten würde („Cross-Product“-Usability).

Bei einem wesentlichen Anteil von Software-Unternehmen der Sozialwirtschaft sollten bezüglich Usability die Nutzer/ Anwender der Software stärker eingebunden werden. Das Förderprojekt UCARE strebt daher an, in einem nächsten Schritt die Anwender der Dokumentationssysteme zur Usability sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich zu befragen, um den Stellenwert und den Usability-Bedarf auch aus Sicht des Anwenders zu beleuchten. Diese Erkenntnisse und die zu der Befragung zu dem Dienstleistungsangebot fließen in das zu etablierende Kompetenzzentrum ein.

Falls Sie nähere Informationen wünschen, wenden Sie sich an: britta.graefe@finsoz.de

UCARE auf der wissenschaftlichen Fachtagung „Mensch und Computer 2015“ in Stuttgart

Auf der wissenschaftlichen Fachtagung „Mensch und Computer 2015“ in Stuttgart präsentiert UCARE Erkenntnisse im Rahmen des Workshop „Usability für die betriebliche Praxis“.  Im Rahmen eines Vortrags stellt Stefan Rahner (TARGIS GmbH) zentrale Faktoren bei der Umsetzung von Usability-Engineering bei einem mittelständischen Softwarehersteller in der Pflegebranche vor und gibt Impulse für die Diskussion unter Experten aus Wissenschaft und Praxis.

Der Workshop „Usability für die betriebliche Praxis“ strebt an, die Usability- und User Experiencekompetenzen von kleinen und mittleren Betrieben durch gemeinsamen Austausch und Diskussion von wissenschaftlichen wie praktischen Erkenntnissen zu stärken. In diesem Jahr stehen der effiziente Einsatz und die Skalierbarkeit von praxistauglichen UUX-Methoden und Erkenntnissen im Fokus der Veranstaltung. Mit der Skalierbarkeit von UUX-Methoden ist die Anpassung von Komplexität und Umfang der Methoden an die Unternehmensbedingungen und die jeweilige Situation in Projekten gemeint. Das Thema zielt zudem auf die Herausforderung ab, Stakeholder wie Manager und Entwickler als wichtige Multiplikatoren in der Verbreitung von UUX in den Betrieben zu adressieren. Im Workshop wird es zunächst sechs Beiträge in Form von kurzen Impulsreferaten geben. Anschließend werden die immer wiederkehrenden Schwierigkeiten und Herausforderungen bei der Umsetzung von UUX-Methoden in KMU durch die Teilnehmer zusammengetragen, formuliert und mögliche Lösungsansätze ausgearbeitet. Letzteres bildet das Arbeitsergebnis des Workshops, das allen Teilnehmern im Anschluss auf der etablierten Website www.uux-praxis.de zur Verfügung gestellt wird.