Was bedeutet Usability?

Die DIN EN ISO 9241 beschreibt Usability als das Ausmaß, in dem ein Produkt, System oder Dienst durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Anwendungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen“.

Allein die Kenntnis über neue Technologien zur Interaktion zwischen Mensch und Maschine führt nicht automatisch zu gebrauchstauglicher Software. Welche Art der Interaktion am ehesten geeignet ist, hängt vom Anwendungskontext und den Bedarfen und Anforderungen ab, welche zunächst ermittelt werden müssen. Diese Aufgabe ist bereits Bestandteil der konkreten Anwendungsentwicklung. Für die Entwicklung von Software wurden – abhängig vom Anwendungskontext – eine Reihe von Softwarentwicklungsmethoden und Vorgehensmodelle entwickelt.

Neben den sehr technisch orientierten Softwareentwicklungsmethoden gibt es auch Usability-Entwicklungsmethoden, welche die Gebrauchstauglichkeit der entstehenden Software im Fokus haben. Die Entwicklungsmodelle von Mayhew [Mayhew, 1999] und Nielsen [Nielsen, 1993] sind populäre Beispiele des Usability Engineering. Sie beziehen den Anwender bereits stärker in die verschiedenen Entwicklungsphasen mit ein. Eine noch stärkere Fokussierung auf den Endanwender der Software hat der standardisierte Human-Centred Design Prozess [ISO9241-210, 2010]. Dieses Vorgehen zur Entwicklung interaktiver Systeme zielt darauf ab, Systeme nutzbarer und nützlicher für die Endanwender zu gestalten, ihre Bedarfe und Anforderungen stärker zu berücksichtigen, sowie Erkenntnisse aus der Ergonomie und Human Factors (psychische, kognitive und soziale Einflussfaktoren) in die Erstellung der Software einzubringen. Der Human-Centred Design Prozess versteht sich als komplementär zu anderen Vorgehensmodellen und kann in bestehende Prozesse integriert werden. Software die nach diesem Vorgehen entwickelt werden, verbessern die Qualität durch z.B.:

  • Steigerung der Produktivität der Anwender und der operationellen Effizienz von Unternehmen
  • Einfacheres Verstehen und Nutzen, dadurch Verringerung der Training- und Supportkosten
  • Steigerung der Gebrauchstauglichkeit für Personen mit einem größerem Spektrum von Fähigkeiten und dadurch Erhöhung der Accessiblity.
  • Verbesserung der User Experience
  • Verringerung von Unbehagen und Stress
  • Schaffung von Wettbewerbsvorteilen, z.B. durch Erhöhung des Markenansehens.
  • Verbesserung der Nachhaltigkeit

Die allgemeinen Prinzipien des Prozesses beinhalten, dass das Design auf Basis einer expliziten Verständnisses der Nutzer, Aufgaben und Umgebung ist, Anwender in das Design und die Entwicklung involviert werden , das Design durch nutzerzentrierte Evaluationen getrieben und verfeinert wird, der Prozess iterativ durchgeführt, das Design die User Experiences adressiert und das Entwicklungsteam multidisziplinäre Fähigkeiten und Perspektiven beinhaltet. Die Aktivitäten des Prozesses sind in Abbildung 1 dargestellt.

[1] Aus [ISO9241-210, 2010], übersetzt durch den Autor